Kardinal Marx gibt Leitlinien für das pastorale Handeln und erteilt klare Projektaufträge

Mit Brief vom 3.2.2016 an die Steuerungsgruppe des Projekts „Pastoral planen und gestalten“ hat Kardinal Marx den Auftrag des Projekts geschärft und konkretisiert. Die dem Brief beigelegten Leitlinien für das pastorale Handeln in der Erzdiözese München und Freising sollen dem Projekt und den in der Pastoral Tätigen Orientierung für die Weiterentwicklung der Pastoral geben.

In seinem Brief benennt der Kardinal darüber hinaus einige wichtige pastorale Grundannahmen und bestätigt damit Arbeitsergebnisse des Projekts:
A. Das Evangelium zu leben und zu bezeugen ist die Aufgabe aller in der Kirche und geschieht vor Ort und entwickelt sich dort.
B. Die Seelsorge orientiert sich am konkreten Sozial- und Pastoralraum und damit an den Notwendigkeiten und den Situationen der Menschen vor Ort.
C. Besonders konzentrierte Orte der Seelsorge sind die Sakramente, ihre Vor- und Nachbereitung, ihre einladende und gut gestaltete Feier vor Ort.
D. Die Kirche vor Ort ist nicht für sich selber da, sondern hat einen Sendungsauftrag für die Welt. Evangelisierung umfasst auch den Auftrag, Sakrament der Einheit aller Menschen zu werden, besonders im Blick auf die Kranken, die Schwachen, die Armen, die Flüchtlinge.
E. Alle sind mit ihren jeweiligen Charismen gerufen, das Evangelium sichtbar zu machen. Deswegen geht es um eine Weiterentwicklung einer „ressourcen- und charismenorientierten Pastoral“.
F. Die Vielfältigkeit der kirchlichen Präsenz soll weiter erfahrbar bleiben, aber es ist wichtig, dass sogenannte territoriale und kategoriale Pastoral eng aufeinander bezogen sind. Kirche muss als gemeinsamer Erfahrungsraum nach innen und außen erkennbar sein. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit Ordensgemeinschaften, geistlichen Bewegungen und Verbänden.

Für das weitere Vorgehen im Erzbistum gibt der Kardinal in seinem Brief dem Projekt folgende konkrete Punkte vor:
1. Pastoralkonzepte, die vor Ort und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Bischofsvikaren erarbeitet werden, sollen offen sein für neue Wege und Experimente gemäß dem Blick auf die vor Ort sichtbaren Ressourcen und Charismen. Vom Projektteam des Projektes „Pastoral planen und gestalten“ soll diese Erarbeitung in einzelnen Pfarrverbänden gut begleitet werden, damit für alle beispielhaft erfahrbar wird, dass eine solche pastorale Planung hilfreich und weiterführend ist, um das Evangelium vor Ort sichtbar und erfahrbar zu machen.

2. Im Blick auf die Weiterentwicklung der Strukturen wird es nötig sein, verschiedene Leitungsmodelle und die unterschiedlichen Möglichkeiten der Beteiligung von Haupt- und Ehrenamtlichen an der pastoralen Arbeit vor Ort in der praktischen Umsetzung zu prüfen, um so feststellen zu können, was der Pastoral vor Ort am besten dient. Auch hier muss die Absprache mit den Bischofsvikaren gegeben sein. In Pilotprojekten sollen unterschiedliche Leitungsmodelle erprobt werden.

3. Für das Miteinander von sogenannter territorialer und kategorialer Seelsorge muss grundlegend sein, dass sich die Kirche nicht aufspalten lässt, sondern dass sie immer gemeinsam vor Ort Zeugnis ablegt.
Dazu wird es vor Ort verbindliche Kooperationen und Vereinbarungen brauchen, damit die Kirche im definierten pastoralen Raum gemeinsam auftritt und gemeinsam das Evangelium verkündet und bezeugt.

Die Pilotprojekte zu Pastoralkonzepten und Leitungsmodellen sollen im Herbst 2016 starten und im Jahr 2018 abgeschlossen sein.

Die Steuerungsgruppe des Projekts ist von Kardinal Marx beauftragt, diese Perspektiven im genannten Zeitrahmen umzusetzen.

Auf dieser Homepage wird über die weiteren Schritte und Entwicklungen informiert werden.

Leitlinien für das pastorale Handeln in der Erzdiözese München und Freising